Freitag, 14. Oktober 2016

Die letzten Rennen der Saison 2016, meine Gedanken dazu und die Bauweise der alten Ägypter

Die Off-Season ist in vollem Gange. Das ist immer die Zeit im Jahr in welcher
mir klar wird was für eine riesige Menge an Erfahrungen ich über die vergangene Saison angesammelt habe. Ob das die reise nach Amerika war, die Bekanntschaft mit neuen Strecken und neuen Menschen, mein Comeback in das Weltcup geschehen, mein Schulabschluss oder einfach nur die alltägliche Zeit die vorübergeht und einen immer wieder neue Dinge lehrt ist egal, es ist auf jeden Fall viel was ich jedes Jahr lerne und das stelle ich jedes Jahr aufs neue fest.
Um es kurz zu fassen will ich mal nur auf eine besonders interessante Erfahrung einhegen: Dieses Jahr war eine Sache von vielen Dingen die ich in Erfahrung gebracht habe wie wichtig es ist mental stark zu sein um physisch Leistung bringen zu können. Mental stark sein ist nur möglich wenn man mit sich und der Welt zufrieden ist. Dies wiederum bedeutet man muss Dinge tun die einen zufriedenstellen und das ist nicht immer leicht, besonders wenn man klare Ziele vor sich hat und strukturiert lebt um die täglichen Aufgaben im Training, aber auch im Alltag unter einen Hut zu bekommen.
Generell sagt man um die Spitze seines persönlichen körperlichen Potenzials erreichen zu können braucht man in Ausdauersportarten eine Grundlage die man eben durch Grundlagentraining erlangt.
Diese Grundlage ist der Grundbaustein der Pyramide auf welcher man dann mit intensiverem Training sich im Laufe der Saison bis an die Spitze hinauf arbeitet. Doch hat sich meine Ansicht etwas geändert, was das Pyramidenkonzept angeht. Die Grundlagenausdauer ist zwar der Grundstein für die Pyramide, doch damit die bildliche Pyramide auch fest steht und eine Saison lang hält braucht man nicht nur einen stabilen Grundbaustein sondern auch einen festen Untergrund, das Fundament dieser wichtige Bestandteil der Pyramide ist der Einklang mit sich selbst und seiner Umwelt, wenn man es so haben will die Zufriedenheit.
Das Training beziehungsweise das Grundlagentraining kommt direkt danach. Wenn man den festen Untergrund gefunden hat.
Weltcup Canada: Gestern wurde übrigens bekannt gegeben, dass 2019 die 
Weltmeisterschaft in Mont- Saint-Anne (Kanada) ausgetragen wird
So, genug philosophiert, wieder zurück auf den Boden der Tatsachen und zum letzten Teil der Saison 2016.
Im Nachhinein war unsere Reise nach Amerika für die Erfahrungswerte die wir gesammelt haben sicherlich sehr gut. Mit Max, Georg, Lukas und mir hatten wir wirklich eine geniale Truppe und harmonierten definitiv sehr gut. Für die restliche Saison war es rein Trainingstechnisch für mich vielleicht nicht optimal. Gerade die enorme Schwüle die uns über die gesamten 3 Wochen begleitet
stresste mich enorm und machte sich auch immer wieder an meinem Körper bemerkbar. Trotzdem wollte ich niemals diesen Trip missen wollen.
Der Weltcup in Kanada hätte wirklich gut laufen können, leider fuhr ich zwei Platten und stürzte dabei auch noch, wobei mir noch immer nicht klar ist wie ich das schaffte. Leistungstechnisch war ich stark doch war mit den Defekten nicht mehr drin als der 20. Platz was den Umständen entsprechend noch in Ordnung war.


Weltcup Andorra: Um 9 Uhr am Morgen starten hat auch was schönes. Leider hatte 
ich wenig Zeit um das schöne Licht auf 1900 Meter zu genießen. 
Wieder zuhause angekommen begann die Vorbereitung auf den finalen Weltcup in  Andorra. Die Woche vorher fühlte ich mich gut und wollte es endlich schaffen,  die Top ten im Weltcup. Die Strecke gefällt mir super und mit der Höhe habe ich normal auch keine Schwierigkeit. Schwierigkeiten hatte ich im Rennen um so mehr. Ich will gar nicht näher darauf eingehen und mit Details langweilen. Kurz gesagt es wollte einfach nichts zusammen laufen. Von der Startlinie bis ins Ziel. Schade !
Ach genau: 25. wurde ich.



Weltcup Andorra
Nur die Zuschauermengen sind um 9 Uhr noch sehr begrenzt. Ein sehr natürlicher Kurs, technisch aber anspruchsvoll und nicht wirklich regenfest.

Im Grunde war die Saison danach vorbei, das Bundesliga Rennen in Titisee-Neustadt stand noch an und einige lokale Rennen die ich aus Spaß fuhr und bei denen es auch gut lief.
Zusammengefasst war die Saison zufriedenstellend auch wenn das die Ergebnisse nur teilweise zeigen wie zum Beispiel der 9. Platz an der Europameisterschaft.
Viel wichtiger für mich ist jedoch die Hoffnung die ich durch diese Saison wiedergewonnen habe. Letztes Jahr und auch noch der letztjährige Winter ließen mich oft immer wieder zweifeln. Ich denke das hat nun ein Ende. Ich fühle mich wohl und momentan ziemlich im Einklang mit mir und der Umwelt, ich denke, ein gutes Fundament für die nächstjährige Pyramide. Soon back on Top !

Montag, 1. August 2016

USA Trip

Hello aus den USA! Meine beiden Teamkollegen Max Brandl und Georg Egger sowie Lukas Baum, der U19 Weltmeister von 2013, und ich haben einen USA/Canada Trip geplant mit dem Schwerpunkt auf dem Weltcup in Mont-Saint-Anne in Canada.
Damit sich die Reise über den "großen Teich" auch lohnt fahren wir noch jeweils ein Rennen in Amerika vor dem Weltcup und eins danach. Beide Rennen haben HC Status und sind damit nur eine Stufe unter dem Weltcup.

Unsere Anreise war zwar lang und nicht immer stressfrei, doch nach 26 Stunden Reisen waren wir dann schließlich gut und todmüde in unserer Unterkunft in Boston angekommen. Das Wetter ist abnormal !!! Extrem schwül und heiß, selbst in unserer Wohnung haben wir ohne Ende geschwitzt. Wir mussten sehr darauf achten genug zu trinken und vor allen Dingen unseren Mineralstoffhaushalt in der Balance zu halten.
Am Freitag sind wir dann auf die Strecke in der Nähe von Boston: Nur Singeltrails und komplett flach. Wurzeln ohne Ende und tausende Kurven. (Hatte über das gesamte Rennen (Renndauer 1:48) nur 296 Hm. Wirklich ein spezieller Kurs. Und wie gesagt, es war wohl das heißeste Rennen welches ich je fuhr.
Warmfahren auf amerikanisch

Habe mich wie immer vorbereitet und los ging es am Samstag um 13 Uhr.
Das gesamte Focus Team war zum Beispiel am Start und auch einige andere richtig schnelle Elite Fahrer wie Chris Pfäffle oder einige schnelle Amis aber zum Beispiel auch der kanadische Meister. Von Anfang an war die Geschwindigkeit sehr hoch obwohl jeder wusste dass es sehr lang werden wird. Max und ich waren etwa auf Platz 12-14, Georg auf 10. In der 2. und 3. Runde hatte ich so sehr zu kämpfen wie noch selten in einem Rennen. Es war echt abnormal. Musste dann auch Max kurz ziehen lassen.
Ab der Mitte der 4. Runde platzte dann der Knoten ein wenig, und ich fühlte mich nicht mehr als würde ich jede Sekunde vom Rad fallen. Ich fuhr wieder langsam nach vorne. Mit einer letzten ziemlich starken Runde in der ich alles aus mir heraus holte was ich nur irgendwo in mir finden konnte kam ich noch bis auf Platz 10 vor. Georg holte ich nur noch fast und kam 2 Sek. hinter ihm ins Ziel. Im Ziel dachte ich echt ich kollabier jede Sekunde. Es war soo lang, heiß und unglaublich hart, aber am Ende nicht schlecht. War ja immerhin HC und Elite.
Unzufriden war ich nur mit der 2. und 3. Runde. Da hatte ich auch schon die letzten Rennen immer leichte Schwierigkeiten.
Wir sind lange ausgefahren und am Abend fühlte ich mich echt wieder gut.
Gerade fahren wir Richtung MSA zum Canada Weltcup. Die Stimmung ist super und sonst passt auch alles. Bisher eine verrückte Reise und die ersten UCI Punkte aus Amerika habe ich in der Tasche.
Am Abend nach dem Rennen in Boston

Samstag, 4. Juni 2016

Ereignisreiche Weltcupwochenenden: Albstadt, La Bresse und Vorschau auf Gränichen

Die vergangenen zwei Wochenenden waren für den weltweiten Mountainbikesport sehr ereignisreich. So auch für mich. Zuerst war da der Heimweltcup in Albstadt und darauf folgte der französische Weltcup in den Vogesen, inmitten der typisch französischen Innenstadt von La Bresse. Die Gegend ist übrigens wunderschön und, soweit ich das in vier Tagen Frankreich erleben konnte, bestens geeignet um Mountainbike, aber auch Strassenrad zu fahren. Schließlich sind die Vogesen schon viele Male Gastgeber der Tour de France gewesen. Wichtiger für den Mountainbikesport ist jedoch, dass der zweifache Olympiasieger Julien Absalon nahe La Bresse aufgewachsen ist und dort schnell geworden ist. Dass Absalon mit dem Terrain des Weltcupkurses bestens zurecht kommt hat er im Eliterennen mehr als unter Beweis gestellt. 

Albstadt
Nun aber zurück zum ersten Weltcup in Albstadt. Die Vorbereitung auf das Rennen lief ja wie schon in meiner Vorschau erzählt sehr gut. Ich war in der Lage hart zu trainieren und mich schnell zu erholen, dazu hatte ich mir aus Schweden viel Selbstvertrauen und Sicherheit mitgenommen. Klar war ich mit meinem Startplatz von Position 65 etwas gehandicapt, aber wie auch schon bei der Europameisterschaft war mein Plan konstant nach vorne zu fahren, dass das ging hatte ich ja zwei Wochen vorher gezeigt. Leider lief es nicht ganz so rund. Im Nachhinein denke ich, dass mir gerade die Sicherheit zum Verhängnis wurde und ich mir in der Woche vorher unnormal viel zumutete. Ich ließ mich zum Beispiel dazu verleiten am Mittwoch vor dem Rennen einige unplanmäßig harte Runden in Albstadt auf dem Kurs zu drehen und auch den Donnerstag sowie den Samstag härter zu gestalten als sinnvoll gewesen wäre.



Lange Rede kurzer Sinn: Ich war am Sonntag früh an der Startlinie wohl nicht so ausgeruht wie ich es hätte sein sollen. Schon in der zweiten Runde fühlte ich mich wenig angriffslustig und eher schwach. Kämpfte mich natürlich so gut es ging durch die 7 Runden und hatte auch in der Mitte des Rennens mal bessere Aussichten mich noch unter die Top 15 Plätze zu retten. Lange ging dies jedoch nicht gut und nach fast 1,5 Stunden Renndauer fuhr ich als 25. durchs Ziel, leider kein Grund zur Freude. Sehr gefreut habe ich mich dagegen über die Performance meines Teamkollegen und Zimmergenossen Georg Egger, welcher bis auf Platz 7 nach vorne fuhr. 
Kaum durch die Ziellinie gefahren überlegte ich mir wie ich mich wohl am besten auf den nächsten Weltcup in La Bresse vorbereiten sollte. Als hätte mein Coach es schon geahnt hatte er die Woche vor La Bresse sowieso nicht besonders intensiv gestallten wollen. So setzten wir eher auf eine gute Erholung als auf einen weiteren Trainingsreiz.

La Bresse
Ich machte meine obligatorische 3-Stunden-Tour am Montag, die ich normal auf der Strasse absolviere, direkt mal auf der Rolle, da es ohne Ende regnete. Nicht besonders hart für die Muskulatur dafür jedoch für den Kopf und die Schweißdrüsen. Ansonsten belastete ich mich im Training nur stärker am Donnerstag bevor es dann Richtung Frankreich ging. 
Ein gute Strategie wie sich schon nach einigen hundert Metern hinter der Startlinie in La Bresse erwies. Ich fühlte mich von Beginn des Rennens an gut und hatte schon nach dem ersten Anstieg etwa 35 Fahrer überholt. Somit ging ich irgendwo zwischen Position 20 und 25 in die erste Abfahrt. Nachdem ich auf meinen momentan super straken Teamkollegen Max Brandl aufschloss marschierten wir zusammen konstant nach vorne. Das Rennen lief super und die Top 10 waren für mich sehr realistisch. In der vorletzten Runde lag ich auf Platz 11 und hatte nicht mehr viel Zeit auf 9 und 10.


In all meiner Euphorie handelte ich offenbar etwas zu unprofessionell und übertrieb es in der Abfahrt. Genau an einer Stelle von der ich von Anfang an Respekt, nahezu Angst hatte obwohl sie nicht so schwer war. Ich stürzte ungeschickt und holte mir keine 70 Meter später, noch mit dem Kopf bei meinem Sturz und deshalb unkonzentriert, einen Platten der dazu führt, dass ich die nächste Bodenprobe nahm. Dies waren wohl die hektischsten 70 Meter meiner noch jungen Karriere ;-)
Ich schleppte mich mit schmerzender Schulter in die Technikzone, ließ mein Laufrad wechseln und rettete mich durch die letzte, wenig aktionsreiche Runde. Aktionsarm deshalb, da ich nach meinem Platten auf Position 18 losfuhr und schließlich auch auf 18 ziemlich zerkratzt und dreckig über die Ziellinie rollte. 
Im Endeffekt hatte ich kein super Ergebnis zustande gebracht. Doch war ich mit meiner Leistung im Reinen und das ist mir sehr viel Wert. 
Wer sich ein Bild von der schönen, sehr außergewöhnlichen und technischen Strecke in La Bresse mach möchte sollte unbedingt das Elite Rennen auf Redbull.tv im Nachhinein anschauen. 
Erfreulich News von meiner Seite ist noch die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Nove Mesto (Teschechien) am 1.07.16. Meine Planung richtet sich dementsprechend ganz auf dieses Wochenende.   
Kommendes Wochenende werde ich das HC Rennen in Gränichen fahren. Sicherlich eine gute Chance einige UCI Punkte aus der Schweiz mit nach Hause zu nehmen. 


Luca

Donnerstag, 19. Mai 2016

Worldcup's coming home: Vorschau auf Albstadt

Kaum zu glauben, dass es schon so weit ist. Albstadt steht vor der Türe. Noch sitze ich zuhause, habe meine zweite Trainingsfahrt am heutigen Donnerstag beendet und trinke einen Tee. Jetzt heißt es biszum Samstag, der Tag meiner Vorbelastung, möglichst gut zu regenerieren um dann am Vortag des Rennens noch einmal die Beine zu belasten damit sie für das Rennen nicht zu “locker“  sind.
Meine Vorbelastung beinhaltet meistens 3-4 Runden auf dem Kurs, wobei ich in einer Runde auch mal ordentlich am Gas drehe. Wichtig ist es einen Kurs mal unter Last gefahren zu sein, denn nur so kann man die tatsächlichen Belastungshöhepunkte gut erfassen und bekommt ein besseres Gefühl für die Strecken und ihre Tücken.

2014 in Albstadt: Vor zwei Jahren führte ich die Junioren Weltrangliste an und 
durfte mit der Startnummer 1 an den Start gehen. Diese Weltcupstartnummer hängt 
noch immer über meinem Bett.

Wie bereits vermutet ist meine Startposition nicht wesentlich anders als die bei der Europameisterschaft vor zwei Wochen, vermutlich stehe ich noch einmal etwa 10 Plätze weiter hinten, da viele außereuropäische Fahrer am Start stehen werden, also ungefähr auf P. 60.
Das ist natürlich ein Handicap für mich, aber wie auch bei der EM werde ich versuchen konstant nach vorne zu fahren und eventuell noch etwas mehr in den Start zu investieren. Die neue, enorm harte Startloop wird zu meinem Vorteil sein, denn die letzten Jahre war der Start in Albstadt durch seine sehr schnell eng werdende Streckenführung eher suboptimal.
Dieses Jahr wird der Start erst nach etwa 2,5 min. zum Singletrail, wobei es auch davor nicht immer einfach wird zu überholen, zumal bei einem Weltcup jeder höchst fokussiert und ambitioniert
in die Startphase geht, meist bereit ist alles aus sich herauszuholen.

Gestern (Mittwoch) fuhr ich mit Bundestrainer Peter Schaupp auf die Strecke zum trainieren. Meine Eindrücke sind nach wie vor, dass obwohl die Abfahrten, verglichen zu anderen Weltcups technisch sehr einfach sind man viel Zeit gut machen beziehungsweise verlieren kann. Auch die Witterung wird am Wochenende eine große Rolle spielen. Dennoch wird das Rennen sicherlich in den Anstiegen
entschieden.
Generell ist noch zu sagen, dass ich mich wirklich gut und bereit fühle fürs Wochenende. Das macht mich natürlich sehr zufrieden.
Start wird am Sonntag übrigens in aller Frische um 9 Uhr sein.

2014 in Albstadt: Nach einem harten Fight mit Bombenstimmung im Bullentäle 
landete ich ein paar Sekunden hinter Simon Andreassen auf Platz zwei. Dieser Tag 
war für mich sicherlich einer der Allerbesten auf meinem Bike.

Dienstag, 17. Mai 2016

Das Jahr, so far

Die ersten Rennen sind nun Vergangenheit und ich muss sagen es war bisher eine wirklich tolle Zeit und Saison. Es ist viel passiert, ich habe die ersten 4 Rennen erfolgreich hinter mich gebracht und nun, kurz vor Pfingsten, meine letzten schulischen Prüfungen beendet.
Noch habe ich es gar nicht richtig realisiert, dass ich nicht mehr in die Schule muss, ein etwas komisches Gefühl, aber natürlich auch gut. Direkt vor meiner letzten Prüfungswoche fuhr ich vergangenen Sonntag am 08.05. die Europameisterschaft in Schweden und erreichte somit mein erstes Saisonziel. Wie ich den Weg bis nach Schweden gemeistert habe, will ich im Folgenden kurz zusammenfassen. 
Zwei Wochen vor Ostern spürte ich, dass mein Körper sich irgendetwas eingefangen hatte. Ich bekam erst leichtes Fieber und wurde später immer stärker Krank, erholte mich dann aber nach etwa 5 Tagen wieder so, dass ich locker Fahren konnte. Tatsächlich hat diese Krankheitspause mein Körpergefühl auf langfristige Weiße sehr positiv beeinflusst. Ich hatte das Gefühl die Krankheit hatte mich nicht geschwächt sonder eher meinem Körper geholfen sich zu reinigen und zu erholen. 

Saisonstart beim Swiss-cup im Tessin

Nach einigen sehr qualitativen Trainingstagen in der unmittelbaren Vorbereitung der Rennen ging es dann im Tessin, in Rivera, beim BMC-cup los. Das Rennen war wohl das technisch anspruchsvollste welches ich je gefahren bin. Da wir erst am Abend vor dem Rennen angereist sind hatte ich meine anfänglichen Schwierigkeiten mich an die Strecke zu gewöhnen. Im Rennen fühlte ich mich dann jedoch von Runde zu Runde sicherer und konnte in einem recht stark besetzten U23 Feld auf den vierten Platz fahren. Logisch, dass ich im Vorfeld ziemlich gespannt war wie sich das etwas andere Training, nur Daheim am Fuße der schwäbischen Alb, über den kalten Winter ausgezahlt hatte. Dementsprechend glücklich war ich über mein Ergebnis, nahm mir jedoch vor eine Woche später in Bad Säckingen etwas mehr in den Start zu investieren und das gesamte Rennen etwas mutiger anzugehen. Gerade auch deshalb, da dass Starterfeld einem eines Weltcups glich. Ich fühlte mich klasse und konnte ganz vorne auf der 4. bis 6. Position mitkämpfen als erster Deutscher. In der vorletzten Runde machte ich einen kleinen Fahrerfehler und holte mir einen Plattfuß der mich auf Position 15 zurückwarf. Schade um das Ergebnis, doch noch wichtiger war für mich, dass ich mich erneut gut gefühlt hatte und bewiesen hatte, dass ich mich so langsam aber sicher aus dem Sumpf des letzten Jahres befreien konnte. 

Bad Säckingen: Wie jedes Jahr eine top Veranstaltungen mit Weltklasse Startertfeldern.
Für mich jedoch auch mit einem Plattfuß in der vorletzten Runde.

Beim BMC-Cup in Buchs, einer Strecke der “alten Schule“ worauf ich jedoch schon immer gut gefahren bin war ich noch mal in der Lage richtig gut zu fahren. Ich fühlte mich wirklich super an dem langen Anstieg und mich überkam ein gutes Gefühl welches ich so lange vermisst hatte. Schlussendlich sprang ein sechster Platz und einige UCI Punkte im Elite Feld der Herren für mich heraus. Reto Intergand, welcher im Team des zweifachen Olympiasiegers Julian Absalon fährt gewann das Rennen. 
Buchs: 4 Grad und Starkregen, aber trotzdem für mich ein Super Race. 

Nachdem ich erneut erster Deutscher war hatte ich gezeigt, dass ich für die Europameisterschaft im schwedischen Jönköping bereit bin. Das Training im Vorfeld wurde ganz für das Rennen ausgelegt. 
Am Donnerstag vor dem Renntag erreichte ich den kleinen Flughafen von Jönköping. Unser Flieger landete dort nur zwischen so waren wir gerade mal sechs Leute die ausstiegen und konnten unser Gepäck direkt vom Flieger aus mitnehmen. Definitiv der schnellste Checkout den ich je hatte. Schlussendlich kam ich jedenfalls nach fast zwei Jahren wieder zurück nach Skandinavien und erneut gefiel es mir dort unendlich gut. Das geniale Wetter und der naheliegende vätternsee der gerade einmal seit 2 Wochen komplett eisfrei war unterstützte den Eindruck noch. 
Abfahrt mit deluxe Blick im Schwedischen Huskvarna/Jönköping

Am Donnerstagnachmittag ging es direkt auf die Strecke. Eine tolle Kombination aus Kletterkurs und technischen, aber auch schnellen Abfahrten hatten die Schweden für ihre Gäste errichtet. Die Lage mit der beeindruckenden Aussicht auf den See war landschaftlich super und bot eine geniale Fotokulisse. 
Back to business: Am Sonntag früh um 9:30 war Start. Während mein Köper vor dem Warmfahren noch bisschen im Halbschlaf steckte, weckte ich mich mit meinen üblichen Sprints auf der Rolle voll auf und versetzte auch die letzten Körperzellen mit einem Koffeingel in Alarmbereitschaft. Aufgrund der längeren Anstieg nahm ich mir eine konstante Fahrweise vor. Im Nachhinein war dies wohl auch der Schlüssel zu meinem guten Ergebnis. Vielleicht hätte ich am Anfang in der Startphase noch einen Ticken mehr investieren können, doch bei einem solchen weltklasse U23 Starterfeld ist dies leichter gesagt wie getan, denn um tatsächlich viele Plätze gut zu machen muss man schon sehr krass an bzw. über sein Limit gehen, da die Leistungsdichte zwischen den Fahrern so gering ist und natürlich jeder vor der ersten Engstelle vorne sein möchte. 
Wer findet mich ? 
Tipp: Weit hinten. 
Durch meine letzte Saison habe ich ganz einfach ein ziemliches Defizit an UCI Punkten, dementsprechend war meine Startposition 51 nicht gerade die beste Voraussetzung um bis in die Punkteränge bis Platz 15 zu fahren, doch wie immer ist das Beste, das Beste daraus zu machen und dies gelang mir. Ich fühlte mich gut und technisch sicher, klar verlor ich in den ersten 2 Runden viel Zeit auf die Spitze, doch dann fuhr ich konstant gleich schnelle Rundenzeiten wie die Fahrer auf Platz 4 und 5. Leider eine Minute dahinter, aber mit dem erreichten 9. Platz, welchen ich mir im Zielsprint sicherte, bin ich natürlich super zufrieden. 

Die letzten 40 Meter. Der 9. Platz ist sicher. 
Gewonnen hat das Rennen der Franzose Victor Koretzky. Auf Platz 5 beendete übrigens mein alter bekannter Rivale Simon Andreassen das Rennen.
 Noch am Mittag verließ ich Schweden nach einem Rennen in welchem es mir gelang meinen Körper an seine Grenzen zu pushen. Zufrieden stieg ich mit meinen Biologiebüchern unterm Arm in den Flieger. Etwa 15h später Stand nämlich die nächste jedoch etwas andere Art einer Herausforderung auf dem Plan. Meine mündliche Biologieprüfung. Auch die überstand ich gut. 
Nun ist es noch eine knappe Woche bis zu meinem erste U23 Weltcup in Albstadt. Ich denke, dass ich bis dahin noch ein paar Zeilen schreiben und veröffentlichen werde. Bis dahin wünsche ich allen Lesern eine schöne Woche und schaut mal wieder vorbei. 

Samstag, 27. Februar 2016

Die Vorbereitung für 2016 ist in vollem Gange

Letzte Woche habe ich den ersten Teil meiner schulischen Prüfungen hinter mich gebracht. Trotz recht intensivem lernen konnte ich mich bisher sehr gut und krankheitsfrei auf die Saison 2016 vorbereiten. Nur über Silvester war ich kurzzeitig im Trainingslager in der Toskana, ansonsten trainierte ich ausschließlich Zuhause. Dies brachte mir zwar viele kalte und nasse Stunden im Freien ein, jedoch konnte ich das Training meines Trainers, Toni Ücker, voll durchziehen. 
Natürlich versuche ich Fehler die ich letztes Jahr machte zu vermeiden und mehr auf meinen Körper, aber auch auf Toni zu hören. 
Was meinen momentanen Trainingszustand angeht bin ich optimistisch. Vor zwei Wochen bin ich die beste Leistungsdiagnostik, die ich je in der Vorbereitungsphase gefahren bin, gefahren. Was mich jedoch am meisten freut ist, dass auch mein Körpergefühl deutlich positiver ist als im vergangenen Jahr. Nur meine Sprintfähigkeit sollte sich bis zum Startschuss des ersten Rennens (BMC-Cup) in der Schweiz noch etwas verbessern. Dafür ist aber auch noch genug Zeit, außerdem ist dies eine Fähigkeit, die man eher schnell antrainieren kann. 
Nun freue mich auf den Frühling. Dadurch, dass ich so wenig in südlichen Trainingslagern war, schätzt ich nun jeden einzelnen Sonnenschein um so mehr.  
Hier noch ein paar Bilder die ich so über den Winter angesammelt habe. 


Langlaufen mit meinem neuen Sponsor One Way:



















Georg Egger und ich in der Toskana:


Massa Marittima. Wunderschön und für sehr empfehlenswert: 

Nasse Kilometer abspulen auf der schwäbischen Alb: 

Dienstag, 14. Juli 2015

Unfassbarer 2. Platz bei der internationalen KMC Bundesliga in Neustadt!

Am Wochenende war es soweit: im dritten Lauf der KMC MTB-Bundesliga in Titisee-Neustadt habe ich mein erstes U23-Bundesligarennen absolviert, und es wurde ein voller Erfolg!

Nach dieser langen Regenerationsphase, in der ich auf Rennen verzichten musste, war es unfassbar toll auf einem zweiten Platz in Neustadt zu landen. Das Ergebnis war nicht nur für mein Team, Betreuer, Trainer und Zuschauer völlig überraschend sondern auch für mich selbst. Ich hatte gedacht eine Top-Ten Platzierung wäre nach so langer Trainingspause und dem immer noch nicht perfekten Zustand schon ein hohes Ziel. Und mir ging es viel mehr darum mal wieder ein bisschen in den Rennmodus zu gelangen.

Um so überraschter war ich als ich in der 3. von 7 Runden, vom letzten Startplatz aus, plötzlich auf Platz zwei lag hinter meinem Teamkollegen Georg Egger der zu diesem Zeitpunkt allerdings schon über 30 sek. Vorsprung hatte. Als ich dann noch einige Sekunden auf ihn gut machte dachte ich ich träume und fragte mich wann ich aufwache. Zum Glück bin ich bis heute noch nicht aus diesem Traum aufgewacht :)

Schließlich beendete ich das Rennen 19. Sekunden hinter Georg. Dass es dann auch noch ein Dreifach-Erfolg mit Georg, mir und Christian Pfäffle für unser Lexware-Team wurde krönt alles noch einmal. Es war jedenfalls seit sehr sehr langer Zeit das schönste Wochenende für mich.
Vielen Dank an alle die mich in den letzten Monaten unterstützt und an mich geglaubt haben!
Die U23-Sieger der KMC MTB-Bundeliga in Titisee-Neustadt v.l.n.r.:
Luca Schwarzbauer (2), Georg Egger (1), Christian Pfäffle (3)
alle vom Team Lexware

Ich denke dass ich es so langsam über den Berg geschafft habe und bin nun umso zuversichtlicher dass es auch noch den letzten Ruck zur vollen Leistungsfähigkeit tut.

(alle Bilder: Armin M. Küstenbrück / EGO-Promotion. Vielen Dank!)